Wie wäre es mit einem Blick in die österreichische Bundesverfassung?

SLÖ befürwortet einen Ethikunterricht für alle.

 

Wien (OTS) - „Ein verpflichtender Ethikunterricht lediglich als Ersatz für den Religionsunterricht greift zu kurz“, fasst Bundesvorsitzender Thomas Bulant die im SLÖ seit Jahrzehnten bestehende Haltung zusammen. „Die österreichische Verfassung kennt keine Religionspflicht, sondern eine Religionsfreiheit. Daher kann an die Stelle der nicht konstituierten Glaubenspflicht auch kein anderer Pflichtunterricht treten. Artikel 14, Absatz 5a nennt jedoch Demokratie, Humanität, Solidarität, Friede und Gerechtigkeit sowie Offenheit und Toleranz gegenüber den Menschen als zu vermittelnde Grundwerte der österreichischen Schule.” Der SLÖ sieht laut Bulant in einem Ethikunterricht für alle die Chance, dass Schüler/innen in einer immer mehr auseinander driftenden Gesellschaft, orientiert an sozialen, religiösen und moralischen Werten, befähigt werden, Verantwortung für sich selbst, Mitmenschen, Umwelt und nachfolgende Generationen zu übernehmen.

 

„So wie die Menschenrechte unteilbar sind, hat auch ein Ethikunterricht für alle seine Bedeutung, damit unsere Schüler/innen den Umgang mit Unterschieden auf Basis gemeinsamer Werte lernen“, gibt Bulant die Meinung vieler Schulleiter/innen und Lehrer/innen wieder.

 

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Dr. Thomas Bulant

Vorsitzender des SLÖ

Löwelstraße 18

1010 Wien

T: 069919413999
M: thomas.bulant@apsfsg.at

Bildung braucht Freiheit!

 SLÖ beschließt auf seiner Bundeshauptversammlung die Verteidigung und den Ausbau schulautonomer Rechte.

 

Wien (OTS) - Auf seiner Bundeshauptversammlung in Kärnten am 10. November 2018 hat der SLÖ mit dem Leitantrag „Bildung braucht Freiheit“ die Weichen für seine bildungspolitische Arbeit der nächsten Jahre gestellt. Der wieder gewählte Vorsitzende Thomas Bulant schwor die Delegierten darauf ein, die Interessenvertretung an den Schulen zu verstärken und sich für die schulautonomen und individuellen Rechte der Pädagoginnen und Pädagogen einzusetzen.

 

Der beschlossene Leitantrag im Detail:

 

„Aufgrund der seit dem Dezember 2017 erfolgten Maßnahmen des BMBWF stellt der SLÖ fest, dass die Bundesregierung die Autonomie für die Schulstandorte nicht ausgebaut, sondern zugunsten einer zentralistischen Anordnungskultur eingeschränkt hat. Gleichzeitig verstärkt die Regierung mittels organisatorischer Maßnahmen die im österreichischen Schulsystem vorhandene Zweiklassengesellschaft. Diese vor allem ideologisch motivierten Einschnitte sind begleitet von einer Geringschätzung eines über Jahrzehnte erfolgten Engagements in Schulentwicklungsprojekten und Schulversuchen, um die österreichische Schule fair, leistungsgerecht und schüler/innenzentriert zu gestalten.

 

Die Schulen und ihre vielfältigen Herausforderungen brauchen hingegen Anerkennung ihrer Leistungen im fairen Vergleich und die Freiheit im Sinne von Unterricht und Erziehung standortspezifisch entscheiden zu können. Der SLÖ spricht sich daher dafür aus, dass die Entscheidungsrechte von Schulpartnern erhalten und ausgebaut werden, und fordert von der Bundesregierung für unsere Schulen eine Umkehr vom bisher eingeschlagenen Weg:

 

  • Entscheidungsfreiheit bei der Auswahl der Leistungsbeurteilungsform in der Volksschule
  • Entscheidungsfreiheit über Differenzierungsmaßnahmen und Leistungsbeurteilungsformen in den Schulen der Sekundarstufe 1
  • Entscheidungsfreiheit, unterschiedliche Sprachfördermodelle an standortspezifische Bedingungen anpassen zu können
  • Entscheidungsfreiheit, pädagogisch notwendige Maßnahmen zur Förderung von Schüler/innen auf der Grundlage einer zusätzlichen indexbasierten Ressourcenzuteilung vornehmen zu können
  • Entscheidungsfreiheit, Stundentafeln über die derzeitigen Bandbreiten hinaus schulautonom gestalten zu können, um den Erwerb der Basiskompetenzen und individuelle Lösungen für erzieherische Problemstellungen zu ermöglichen
  • Entscheidungsfreiheit, aus externen Testverfahren auswählen zu können
  • Entscheidungsfreiheit, die schulpartnerschaftlichen Kontakte schulautonom gestalten zu können.“

Rückfragen & Kontakt:

Astrid Pany, MA

Bundessekretärin des SLÖ

Löwelstraße 18

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